Von Morocho bis Chontacuro – die Küche Ecuadors

Dass sich die Kulinarik in Ecuador von der in Österreich unterscheidet, werden sich die meisten von euch wahrscheinlich denken. Doch was genau ist anders und was ist typisch für die ecuadorianische Küche?

Zuallererst möchte ich sagen, dass ich ganz allgemein von dem Essen und Trinken hier nicht extrem begeistert bin, es aber schon einige Sachen gibt, die wirklich gut sind und die ich sehr genieße. Außerdem kann ich bis jetzt nur von meinen Erfahrungen sprechen. Ich war beispielsweise noch nie an der Küste und dort unterscheidet sich das Essen auch von dem hier im Andenhochland. Ich möchte aber einfach ein paar Speisen vorstellen und beschreiben, was mir auffällt, damit ihr einen kleinen Einblick bekommt.

Eine der Sachen, die wir am meisten genießen und die ich auch schon einmal erwähnt habe, sind die Fruchtsäfte. Da kann Österreich nicht ansatzweise mithalten. Wir haben schon frische, selbstgemachte Fruchtsäfte von folgenden Früchten getrunken: Ananas, Erdbeere, Mora (Brombeere/Maulbeere), Papaya, Tomate de Árbol, Guanabana, Naranjilla, Maracuja, Wassermelone, Zuckermelone und Zitrusfrüchten ganz allgemein. Wenn wir zum Mercado gehen, dann bestellen wir uns die verschiedensten Kombinationen aus Früchten, die dann frisch gemixt werden. Meine Lieblingskombinationen ist Banane + Kokos + Orange + Erdbeere. Die Jugos werde ich auf jeden Fall vermissen in Österreich und auch die Früchte ganz allgemein, weil die hier einfach wirklich lecker sind.

Auch beim Suppen essen gibt es andere Gewohnheiten. In der Fundación gibt es eigentlich jeden Tag zum Mittagessen eine Suppe. Dabei handelt es sich um verschiedene Cremesuppen, die auch ziemlich gut sind. Die Ecuadorianer geben in die Suppe manchmal Käse, manchmal Popcorn oder manchmal auch Bananenstücke hinein. Das finde ich auch ziemlich lecker und ist mittlerweile ganz normal für uns.

Was ich sehr cool finde, ist, dass es in fast allen Orten „Restaurants“ gibt, wo man ein Almuerzo oder ein Merienda bekommt, sprich ein Mittag- oder Abendessen. Dann zahlt man $ 2,50 und bekommt eine Suppe, einen Saft und eine Hauptspeise. Für diesen Preis ist das sehr viel und meistens auch recht gut. Gerade am Mercado kann man das Almuerzo sehr gut in Anspruch nehmen. Meistens kann man auch ein Llapingacho zum Mittagessen bestellen, was ich sehr gerne mag. Das ist ein Teller mit Kartoffelpuffern, Avocado, Chorizo, Reis, Spiegelei und bisschen Salat. Letztens aber habe ich als Hauptspeise beim Mittagessen ein Huhn mit Reis, Pommes und Salat bekommen. Das Huhn war paniert und frittiert, enorm fettig und auch eher fransig/speckig und nicht sonderlich gut. Also man kann sich um $ 2,50 nicht immer das beste Fleisch erwarten, aber an sich hatte ich noch nie größere Probleme damit.

Eine Spezialität im Andenhochland ist das Cuy. Cuy ist Meerschweinchen und wird hier so ähnlich gebraten wie ein Spanferkel. Als mein Mitvolontär Tobias Geburtstag hatte, sind wir Cuy essen gegangen und auch das hat mir sehr gut geschmeckt. Das Fleisch war echt gut wie ich finde und abgesehen davon, dass es etwas teuer war, war ich positiv überrascht.

Als wir eines Wochenendes in Tena waren, das liegt im Regenwald, haben wir uns an etwas exotischere Sachen herangetraut. Zuerst haben wir Fisch (Tilapia) im Bananenblatt gegessen mit Yuca und Salat als Beilage. Das war wirklich lecker! Probiert haben wir dann Chontacuro und Hormigas. Das erste sind Maden, die aufgespießt und gegrillt werden und das zweite sind gebratene Ameisen. Als ich die Made probieren wollte, musste ich mich zuerst wirklich überwinden, aber ich muss sagen, es war echt gut! Wenn man die Tatsache, dass es eine Made ist, ausblendet, kann man echt nichts gegen den Geschmack einwenden. Ich würde es auf jeden Fall nochmal essen. Die Ameisen hingegen haben mir gar nicht geschmeckt…

Chontacuros – Maden

Ansonsten gibt es noch ein paar wirklich köstliche Sachen wie beispielsweise Empanadas de Queso, Pollo o Carne (frittierte Teigtaschen gefüllt mit Käse, Huhn oder Fleisch), Morocho (weißes, heißes Getreide/Milchgetränk), Chifles (Bananenchips), Kochbanane (zu einer Hauptspeise oder einfach so vom Grill) oder Encebollada (Fischsuppe – echt gut!!). Ceviche (Fischgericht) ist auch eine Spezialität, vor allem an der Küste, allerdings habe ich das bisher noch nicht probiert.

Was anfangs ein bisschen gewöhnungsbedürftig war, war, dass doch oft sehr kohlenhydrathaltig oder fettig gekocht wird. Es ist keine Seltenheit, dass Reis und Kartoffeln zusammen serviert werden zum Beispiel. Reis ist ohnehin Bestandteil fast jeder Mahlzeit. Von den Tieren wird auch alles verarbeitet, also wir haben schon Suppen gegessen mit Hühnerdarm oder Kuhmagen. Wenn man sich eine klare Suppe vom Huhn bestellt, findet man darin immer die verschiedensten Teile. Sei es der Kopf, die Füße, die Leber, der Magen oder ein einfaches Stück Brust. Salat gibt es immer sehr wenig zum Essen und wenn, besteht er meist nur aus Tomate und Zwiebel.

Das waren jetzt einige Beispiele und Einblicke in die Küche Ecuadors.
Insgesamt komme ich gut zurecht mit dem Essen hier in Ecuador, ich hatte nur schon ein paar Mal Magenprobleme, was wahrscheinlich an Zubereitungsarten und Bakterien liegt, an die ich nicht gewöhnt bin. Aber wir wollen auch immer alles probieren und uns keine Köstlichkeit entgehen lassen 😉

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