Feliz Navidad!

Auf Deutsch: frohe Weihnachten!
Wir haben jetzt zwar schon Mitte Jänner (die Zeit vergeht SO schnell) und trotzdem möchte ich noch gerne berichten, wie ich dieses Weihnachten und Silvester verbracht habe.

Zuerst aber einmal etwas zur Vorweihnachtszeit bzw. dem Advent. Am ersten Advent haben wir uns überlegt, dass wir mit den Kindern eine Krippe basteln und ihnen ein wenig über die Krippe und deren Geschichte erzählen könnten. Gesagt, getan. Also haben wir Plastilin, Glitzer, Holzstäbchen, Watte und ein paar andere Dinge gekauft, die man zum Basteln benötigt. Die Krippe an sich haben wir selbst gemacht aus einer Holzkiste und ein bisschen Dekoration. Mit den Kindern haben wir also über Advent, Weihnachten und die Krippe gesprochen und Weihnachtslieder gesungen. Anschließend hat jeder (die Kinder, die Madres und wir) ein Zettelchen gezogen mit dem Namen einer Krippenfigur darauf und diese daraufhin aus Plastilin und den anderen Materialien gebastelt. Das hat allen viel Freude bereitet und ist auch richtig gut gelungen! Am Ende hatten wir eine bunte und sehr individuelle Krippe!

Außerdem haben wir mit den Kindern am zweiten Adventsonntag Lieder gesungen und gebetet und am vierten Advent Kekse gebacken. Auch das hat uns allen viel Spaß bereitet und am Ende hatten wir viele leckere Kekse in den verschiedensten Formen mit Schokolade und Kokosraspeln verziert…Riquísimo!

Am 21. Dezember fand in Fase 1 (Oratorium im Zentrum, wo wir arbeiten) ein Weihnachtsfest statt, wofür wir mit den Kindern schon den ganzen Dezember Lieder und Tänze einstudiert haben. Es sind viele Eltern, Großeltern und Geschwister der Kinder gekommen und viele der Kleinen haben sich verkleidet. Eröffnet wurde das Fest mit einer Messe von Padre Pepe und dann gaben die Kinder ihre tänzerischen Fähigkeiten zum Besten. Auch Studenten der Uni Ambato haben ein Programm vorbereitet. Alles in allem ein sehr schöner und festlicher Tag mit den Kids!

Am Vormittag des 23. und 24. Dezember haben wir in der Fundación noch einen Flohmarkt gemacht und dann stand auch schon der Heilig Abend vor der Tür.
Um 18 Uhr sind wir in die Messe in der nahegelegenen Kirche gegangen. Diese war … interessant. Viel festlicher/fröhlicher als bei uns, dafür keineswegs besinnlich. Und da ich gerade die Besinnlichkeit der Weihnachtsmesse bei uns zu Hause so schätze, habe ich diese Messe hier nicht sonderlich genossen. Wenn gesungen wurde, haben die Leute entweder mit Schellen oder Händen im Takt geklatscht und eine Frau hat sogar mit einer Trillerpfeife dazu gepfiffen, was absolut unpassend war, wie wir fanden. Aber gut, eine Erfahrung.
Ganz allgemein kann ich aber sagen, dass ich Weihnachten in Österreich schöner und besinnlicher finde. Der Winter gehört für mich persönlich so ein bisschen dazu, hier war es relativ warm zu Weihnachten, es gibt keine Weihnachtsmärkte und die Weihnachtsbeleuchtung ist rot-blau-grün blinkend und hat mit warmen, schönen Licht nichts gemeinsam.
Nach der Messe sind wir dann in das Haus von zwei Educatoren/-innen der Fundación gefahren. Dort haben wir lecker Truthahn gegessen, getanzt und gemütlich Zeit verbracht. Das war sehr schön und festlich und hat den Heilig Abend doch noch sehr nett gemacht.

Eine Sache gab es allerdings, die Weihnachten in der Fundación so ein bisschen überschattet hat. Kurz gefasst wird das Projekt gerade so ein bisschen umgekrempelt. Bis jetzt war es immer so, dass in Fase 2 (Albergue, wo auch wir wohnen) 20-25 Kinder gewohnt haben. Jetzt allerdings mussten all diese Kinder ausziehen (zu ihren Familien oder in eine andere Einrichtung), weil die Fundación dieses Konzept aus verschiedenen Gründen nicht mehr so fortführen kann. Stattdessen gibt es oben jetzt auch ein Hausübungsbetreuungs-/Nachmittagsbetreuungsprogramm und gleichzeitig ein Fußballtraining für die Kinder. Eine Mischung aus Fußball und Lernen sozusagen. Das ist sehr cool, hat aber auch bedeutet, dass wir uns von allen Kindern, die bei uns lebten, verabschieden mussten. Idealerweise fanden diese Abschiede hauptsächlich rund um Weihnachten statt….
Gerade die Mädchen, die sehr lange in der Fundación gelebt haben, waren sehr traurig und hatten Angst vor der Veränderung. Dadurch flossen auch an Heilig Abend einige Tränen.
Ich persönlich kann sagen, dass mich diese Situation nicht kalt gelassen hat, weil mir die Kinder mit der Zeit ans Herz gewachsen sind und mir auch einfach sehr leid getan haben. Immerhin wurden sie aus ihrem Zuhause, wo sie sich schon gut eingelebt hatten, herausgerissen. Nicht leicht und eine traurige Angelegenheit, aber wir haben ein paar Kindern versprochen, dass wir sie in ihrer neuen Fundación besuchen werden.

Am 25. Dezember am Vormittag haben wir in der Kapelle der Madres in der Fundación nochmal eine Weihnachtsmesse mit Padre Pepe gefeiert und die hat uns allen gleich viel besser gefallen. Hier wurde eine Message übermittelt, es war besinnlich und passend zu Weihnachten. Danach haben wir mit den Madres und dem Pfarrer zusammen gegessen – das war wirklich sehr nett!

So ist unser Weihnachten abgelaufen. Zusammengefasst eine Mischung aus feiern, verabschieden, Zeit zusammen verbringen. Ich habe es insgesamt genossen und fand die Erfahrung, nicht zu Hause Weihnachten zu feiern, sehr spannend.

Weihnachtsferien

Von 25. Dezember bis 01. Jänner hatten wir Ferien und haben die Gelegenheit genutzt, das erste Mal an die Küste zu fahren.
Wir haben die Zeit zusammen sehr genossen, hatten viel Spaß und haben die Tage am Strand und im Meer verbracht! Ich war überrascht, wie anders die Küste zur Sierra (Hochgebirge) ist. Es fühlt sich wie ein anderes Land an. Sehr spannend auf jeden Fall!

Die letzten 3 Tage, also auch Silvester, haben wir im Strand-Partyort Ecuadors verbracht. In diesem Ort wird gesurft und gefeiert bis in die hellen Morgenstunden. Für Silvester perfekt 😉

Über eine Tradition, die die Leute hier zu Silvester zelebrieren, möchte ich euch noch erzählen. Nämlich basteln oder kaufen viele Familien Figuren aus Karton (von 1,5 bis 3 Meter hoch und richtig schön gebaut) und verbrennen diese um 00:00 Uhr am 31. Dezember. Damit verbrennen sie alle negativen Energien aus dem alten Jahr, um „frisch“ ins neue Jahr starten zu können.
Dadurch gab es auch am Strand auch ein großes Feuer.

Am 1. Jänner ging es dann wieder mit dem Bus 10 Stunden zurück nach Hause. Ich konnte in den Ferien gut Energie tanken und hab die Zeit an der Küste, am Meer und in der Sonne, wahnsinnig genossen!

Ich hoffe ihr habt auch alle schöne Weihnachten und Feiertage verbracht und seid gut ins neue Jahr gerutscht!

Liebe Grüße aus Ecuador, eure Sarah

P.S. neue Fotos von den Kindern und dem Weihnachtsprogramm, der Küste und anderen Ausflügen findet ihr in der Galerie 😊

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